Die Botanik des Wahnsinns von Leon Engler
Meine Schwester hat mir zwei Bücher mitgebracht. Eines als leichte Lektüre für den Balkon und eines "irgendwie irre". Ich habe mit dem Irrsinn angefangen und konnte kopfschüttelnd und gegruselt kaum noch aufhören. Engler beschreibt den Wahnsinn in seiner Familie, der sich über mehrere Generation durchzieht. Immer wieder mit der Frage - ist das vererbbar, ansteckend, bin ich auch schon? Er schreibt in der Ich-Form, so nehme ich an, dass das wohl alles wahr ist? Er selbt ist auch in der Psychatrie - als Arzt, wofür er sich dann doch entscheidet. Um der Krankheit oder der Botanik nachzulaufen. Weiß man es? Es hat sich mir auch nicht erschlossen. Ich glaube jeder macht sich so seine Gedanken, ob der Krebs, Parkinson, der Hang zur Depression, Alzheimer, Suchterkrankungen vererbbar ist. Angst schleicht sich in die Gedanken. Abwehr. entschiedenes Nein, dann doch der leichte Grusel, könnte mich ja auch erwischen.
Engler findet im Nachlass seiner Mutter 7 Kisten mit Müll, hätte auch im Müll landen sollen nach der Zwangsräumung. Jetzt sitzt er da und liest den alten Kram, verwechselte Kisten, verwechselte Leben. Mehr ist nicht geblieben. Muss er sich wohl erinnern. Und ja, die Mutter, die Familie war mehr als Chaos, Wahnsinn und irre. Wer ist denn normal? Was ist das. Engler nimmt mich mit auf die Reise der Fragen und ich nehme mir wieder und wieder vor, mich doch mit dem Mensch hinter dem Wahnsinn zu beschäftigen. Botanik irgendwie. Für den Balkon ist das Buch nix, lesenswert unbedingt