Kintsugi vonMiku Sophie Kümmel
Ich bin atemlos beim lesen. Sofort. Eine beeindruckende Sprache. Ein interessanter Ansatz. Alle 4 Hauptpersonen kommen zu Wort. Frau Kümmel nimmt mich mit mit der Geschichte.
Natürlich geht es um die Liebe. Ein dankbares Thema. Es geht um ein schwules Paar. Davon habe ich ja nun keine Ahnung dachte ich. Ist wurscht, es geht um eine langjährige Beziehung, da kann ich mitreden. Dieses schöne Vertraute und dieses manchmal Ungesagte. Dieses für einander da sein und dieses aneinander vorbeiflutschen.
Welch unglaubliche Erzählkunst. Zuerst schauen wir von außen zu, wie sich die 4 Protagonisten am Abend zum 20jährigen Treffen. Wie in einem Hörspiel mischt ein fünfter Funke aus dem Off mit ein.
Dann erzählt Max vom lieben, vom wütend sein, vom nah sein und weg wollen. Wer ist Reik, was will ER? und was will MAX?
Reik ist ein verzweifelter Sucher. Er sucht und sucht. Sich selbst, seine Kunst, Liebe. Reik möchte ein Kind. Er beneidet seinen Ex Tonio um dessen Tochter Pega. Sein Meisterstück wie Reik Tonio vorwirft. Pega will weg. Reik trinkt. Reik hat Sehnsucht nach der Sehnsucht. Wenn Max aufwacht will er einschlafen. Und dazwischen? Tobsuchtsanfälle und Selbstverletzungen. Sex. Viel Sex.
Tonio hängt immer mit den beiden ab. Denkt man, welch gute Freunde. Weit gefehlt. Der ist neidisch, ungerecht, unverschämt und verschwurbelt in seinen Gedanken. Ich mag den nicht.
Pega spricht dann auch. Sehr viel. Also mir war das zu viel. Dieses jungefrauengeblubber. Ne muss doch nicht sein. Peinlich irgendwie.
Ein herrliches Wort ist Weltneurodermitis.
Fazit: Die Dinge ändern sich.